Selbstständiger Oldtimer-Restaurator – so machen Sie Ihr Hobby zum Beruf

Viele Oldtimer-Liebhaber basteln mit Begeisterung an Ihren Fahrzeugen – frei nach dem Motto: „Da kann man noch was selber machen!“. Diese Leidenschaft bringt manche Hobby- und Berufsmechaniker auf die Idee, sich als Oldtimer-Restaurator selbstständig zu machen. Doch um diesen Beruf zu ergreifen, müssen Sie – wie bei anderen Betriebsgründungen auch – einiges an Organisationsarbeit leisten. Sie brauchen einen überzeugenden Businessplan sowie eine gesicherte Finanzierung. Außerdem gilt es, Behördengänge zu erledigen und sich über Versicherungen zu informieren. Wir zeigen Ihnen, wie der Start in die Selbstständigkeit als Oldtimer-Restaurator gelingt.

© Lisa F. Young/shutterstock

Schritt Nr. 1: Businessplan erstellen

In einem Businessplan entwickeln Sie ein detailliertes Konzept für Ihre ersten drei Jahre als Selbstständiger. Sie setzen sich intensiv mit Ihrer Geschäftsidee auseinander und analysieren Ihre Zielgruppe sowie Konkurrenz. Außerdem brauchen Sie eine Marketing- bzw. Vertriebsstrategie und einen ausführlichen Finanzplan. Um sich dabei Arbeit und Zeit zu sparen, können Sie sich diese Businessplan-Vorlage im Excel-Format gratis herunterladen.

  • Produktanalyse: Als Oldtimer-Restaurator müssen Sie sich überlegen, welche Dienstleistungen Sie anbieten möchten. Wollen Sie beispielsweise auch mit alten Fahrzeugen handeln oder diese nur reparieren und aufbereiten? Planen Sie, Ersatzteile zu verkaufen? Spezialisieren Sie sich nur auf ein kleines Angebot (z. B. Restauration von britischen Modellen; Experte für Karosseriearbeiten usw.) oder stellen Sie sich breit auf (alle Marken, sowie Fahrzeugpflege und Teilehandel)?
  • Zielgruppenanalyse: Wie groß ist Ihr Einzugsgebiet und wer sind Ihre Kunden? Wie erfüllen Sie deren Bedürfnisse am besten? Reicht deren Nachfrage aus?
  • Marketinganalyse: Wie gehen Sie das Thema Marketing an? Wie soll Ihr Internetauftritt aussehen?
  • Mitbewerberanalyse: Welche Unternehmen stehen in Konkurrenz zu Ihnen? Wie setzen Sie sich in diesem Wettbewerb durch?
  • Finanzplan: Welche Einnahmen und Ausgaben erwarten Sie in den ersten drei Geschäftsjahren? Wie finanzieren Sie Ihren Betrieb in der Gründungsphase (Kosten für Werkstatt, Werkzeuge, Maschinen, Verbrauchsgüter, Mitarbeiter …)? Über wie viel Eigenkapital verfügen Sie?

Als eine Art Resümee führen Sie eine sog. SWOT-Analyse (Strengths = Stärken, Weaknesses = Schwächen, Opportunities = Möglichkeiten, Threats = Risiken) durch. Sie überlegen sich schriftlich, welche Stärken und Schwächen Ihre Geschäftsidee hat und welche Chancen bzw. Risiken sich daraus ergeben.

Schritt Nr. 2: Finanzierungen sichern

Bevor Sie sich auf die Suche nach Geldgebern machen, sollten Sie zuerst Ihren Kapitalbedarf ermitteln. Ihre Gesamtkosten summieren sich u. a. aus folgenden Posten:

  • Miete, Pachtgebühr oder Kreditrate für Ihre Werkstatt, Lagerhalle und Geschäftsräume
  • Marketing (Print-Medien, Webauftritt) und Vertrieb
  • Laufende Kosten für Arbeitsmaterial, Lohn Ihrer Mitarbeiter, Versicherungen
  • Steuern und Abgaben
  • Kosten für die Buchhaltung (Software und/oder Steuerberater)
  • Finanzieller Puffer, um geschäftsfähig zu bleiben

Wenn Ihr Eigenkapital nicht ausreicht, sind Sie auf Fördermittel und Kredite angewiesen. Um diese zu erhalten, brauchen Sie einen überzeugenden Businessplan. Für Banken ist vor allem der darin enthaltene Finanzplan interessant. Denn so sehen Ihre Geldgeber, wann und in welcher Höhe Sie Ihre Kredite abbezahlen können. Um herauszufinden, welche Förderungen Ihnen vom Bund, den Ländern oder der EU zustehen, können Sie diesen Fördermittel-Finder nutzen. Für Gründer gelten meist besondere Konditionen.

Schritt Nr. 3: Rechtsgrundlage klären

Um als selbstständiger Oldtimer-Restaurator loslegen zu können, müssen Sie einige organisatorische Hürden meistern:

  • Am besten klären Sie mit Ihrem Gewerbeamt vor Ort ab, ob Sie Ihren Betrieb als Hauptgewerbe, Nebengewerbe oder Hilfsgewerbe anzumelden haben.
  • Je nachdem, welche Leistungen Sie anbieten, brauchen Sie entsprechende Nachweise. Wenn Sie an den Bremsen oder anderen sicherheitsrelevanten Bauteilen arbeiten, ist ein Meisterbrief Ein Schweißerschein ist bei Tätigkeiten an tragenden Teilen der Karosserie vonnöten. Wenden Sie sich im Zweifel an Ihre zuständige IHK. Sie kann Ihnen in den meisten Fällen weiterhelfen. In diesem Info-Artikel der IHK Chemnitz erfahren Sie beispielsweise, für welche Reparaturen Sie einen Meistertitel brauchen und welche Ausnahmen dabei gelten.
  • Überlegen Sie sich, welche Versicherungen sich für Sie rentieren. Eine Rechtsschutz- und Betriebshaftpflichtversicherung sind immer zu empfehlen. Eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung ist in handwerklichen Berufen ebenfalls eine Überlegung wert. Bei der Krankenversicherung haben Sie als Selbstständiger im Normalfall die Wahl, ob Sie sich privat oder freiwillig gesetzlich versichern. Sind Sie nur im Nebenerwerb als Oldtimer-Restaurator tätig, bleiben Sie üblicherweise über Ihren Hauptberuf krankenversichert.
  • Sie sind zu einer ordentlichen Buchhaltung verpflichtet. Diese können Sie entweder mit einer Software selbst erledigen oder sich an einen Steuerberater wenden. Welche Abgaben (Gewerbesteuer, Umsatzsteuer usw.) anfallen, hängt in erster Linie von Ihrer Tätigkeit und Ihrem Umsatz ab.

Je nachdem, welche Leistungen Sie anbieten, kann sich diese Liste erweitern. Auch Ihre Rechtsform ändert sich ggf., wenn Sie im Laufe der Zeit gewisse Umsatzgrenzen überschreiten oder zusätzliche Mitarbeiter einstellen.

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