Die Geschichte der Deutz Traktoren

Deutz GeschichteAlles begann mit dem Ottomotor. Ansaugen, verdichten, Zündung, Explosion, ausstoßen. Es ist ja eine Engelsfreude den Motor laufen zu hören. Und was leistet die Maschine? 1 bis 3 PS bei 200 Umdrehungen pro Minute. Nicolaus August Otto erfand 1876 den Viertakt-Motor. Gemeinsam mit dem Zuckerfabrikanten Eugen Langen legte Otto 1864 mit seiner ersten Erfindung, den atmosphärischen Gasmotor, den Grundstein für die Gasmotorenfabrik Deutz. Mit der Erfindung des Viertakters entwickelte sich die spätere Klöckner – Humboldt – Deutz AG zum führenden Motorenhersteller.

Die ersten Deutz Traktoren

Die ersten Traktoren wurden 1894 von der Deutz Tochtergesellschaft in den USA entwickelt. Doch der 26 PS Schlepper, sowie der Deutzer Automobilpflug und die Deutzer Pfluglokomotive aus dem Jahr 1907 blieben im Versuchsstadium stecken. Die meisten Erfahrungen sammelte Deutz mit dem Deutzer Trecker ab 1919.

Die ersten Serientraktoren

Der erste Serientraktor aus Köln hieß MTH 222. Er wurde 1927 vorgestellt. Der eingebaute 12 PS Motor mit liegendem Einzylinder trieb über eine Rollenkette das Zweigang Deutz Getriebe an. Das Grundkonzept der ab 1929 folgenden Duplizent-Traktoren war relativ einfach. Die vorhandenen stationären Motoren baute man auf einem Rahmen aus Stahlträgern auf. Der Rahmen wurde auf der Vorder- und Hinterachse gelagert. Laut Prospektaussagen konnte der Motor leicht beschachtet werden. Unter dem Namen Stahlschlepper wurden die ersten Schlepper in Blockbauweise gebaut. Eingebaut waren jetzt Fahrzeugmotoren mit stehenden Zwei- oder Dreizylinder. Das Getriebe in einem geschweißten Stahlgehäuse gab den Stahlschleppern ihren Namen. Mit dem 1936 vorgestellten Deutz F1M414 Bauernschlepper wurde die Motorisierung der vielen bäuerlichen Betriebe möglich. Anfang 1952 kam der Nachfolger, der ebenfalls 11 PS, aber jetzt mit luftgekühltem Motor der Baureihe 612 auf dem Markt war. Mehr als 35.000 Bauernschlepper liefen zwischen 1936 und 1959 vom Band.

Die Zeit der luftgekühlten Motoren

1950 begann die Zeit der luftgekühlten Motoren in allen Deutz Traktoren. Der Einzylinder F1L514 mit 15 PS war der erste Traktor der neuen Serie. Aus dem Baukastensystem gab es bald Ein- bis Vierzylindermotoren für eine Schlepperreihe von 15 bis 60, später sogar bis 65 PS. Die Vierzylinder-Motoren der Baureihe 514 wurden auch im landwirtschaftlichen Deutz-Raum eingebaut. Immer mehr Bedeutung gewann die Zapfwelle. Ab 1953 bot Deutz als erster Hersteller die so genannte Motorzapfwelle an. Der Fahrer konnte ohne Unterbrechung des Zapfwellenantriebes den Schlepper anhalten oder Gänge wechseln. Der D40 legte den Grundstein für den großen Erfolg von Deutz in den 60er-Jahren. Die vielfältigen Ausrüstungsmöglichkeiten und die Verbesserungen des Arbeitsplatzes machten den D40 so erfolgreich. Im Laufe der Zeit wurde die D-Baureihe durch weitere Traktoren ergänzt, den D15, D25 und D30. Mit noch höherer Leistung stellten die Kölner den D50 und zum Schluss sogar den Sechszylinder D80 mit 80 PS vor. Zwei wichtige technische Weiterentwicklungen fielen in die damalige Zeit. Ab 1964 löste die neue Motorenreihe 812 die 712er ab. Die zweite Besonderheit war die Einführung der Regelhydraulik. Die Landwirte verlangten von den Herstellern Traktorenprogramme mit feiner Leistungsabstufung. Bei der neuen 05er Schlepperreihe waren nun neben den Motoren der Baureihe 812 auch Blechteile, Kraftstofftanks, Vorderachsengetriebe und Kraftheber weitestgehend baugleich.

Die erfolgreichste Traktorenreihe

Am 2. Februar 1968 wurde die erfolgreichste Traktorenreihe von Deutz vorgestellt. Die 06er Traktorenreihe startete zunächst mit Traktoren von 22 bis 80 PS. Zum Bestseller entwickelte sich der 4006. Neu im Traktorenbau war ein Sechszylinder-Motor der Baureihe 912 mit Turboaufladung. Er trieb den 13006 mit 120 PS an. Ab 1974 fielen die Traktoren durch die neue hellgrüne Farbe auf. 1980 versuchte KHD die Zwei- bis Vierzylinder Traktoren optisch aufzubessern. Hinter der neuen Bezeichnung 07 verbarg sich aber im Wesentlichen die bekannte 06er Technik. Neuland betraten die Kölner mit einem 160 PS starken Schlepper, der die die Typenbezeichnung 16006 trug. Der Traktor hatte einen Achtzylinder luftgekühlten V-Motor und ein Lastschaltgetriebe mit drei Fahrstufen. Mit dem Deutz Intrac konnten verschiedene Geräte kombiniert werden. Zum Zeitpunkt der Präsentation im Mai 1972 gab es zwei Fahrzeuge. Den 51 PS starken Intrac 2002 baute Deutz mit und ohne Allradantrieb. Den Intrac 2005 gab es zunächst mit 80 PS und später als 2006 mit 116 PS. Bei diesen Schleppern war nicht nur das Fahrzeugkonzept neu, sondern auch das stufenlose Automatikgetriebe und die Hydraulik mit Zylinderdruckregelung. Unter der Bezeichnung 2003 und 2004 stellte Deutz weitere Intrac Modelle vor. Ende der 80er Jahre gab es noch einmal eine komplette Reihe von 98 bis 150 PS.

Beginn der DX-Traktoren

1978 wurden die DX-Schlepper vorgestellt. Sie waren die Nachfolger der Sechszylinder-06-Traktoren. Eine Premiere für Deutz waren die selbst entwickelten Getriebe der Baureihe TW90. Flaggschiff der DX-Motoren-Reihe war der DX 230 mit 200 PS. Ihn gab es später als 830 mit 220 PS. 1984 wurden die DX-Traktoren mit Drei- und Vierzylinder Motoren vorgestellt. Nach Meinung der Landwirte viel zu spät, müssten sie die 06 und 07 Traktoren bis 75 PS haben. Ab 1982 erhielten alle Deutz-Traktoren den Schriftzug Deutz-Fahr. Zu Beginn der 90er Jahre wurden die DX-Traktoren von drei Modellreihen abgelöst. Standardtechnik zu attraktiven Preisen wurden die Agroprima Traktoren von 75 bis 110 PS. Mehr Ausrüstungsmöglichkeiten boten die Agroextra-Traktoren. Der größte Unterschied wurde äußerlich deutlich durch die stark nach vorne abfallende Motorhaube. Damit stellte Deutz-Fahr 1990 als erster Hersteller so genannte Freisicht-Traktoren vor. Schnell wurde Agroextra-Konzept auf insgesamt sieben Traktoren von 60 bis 113 PS ausgeweitet. Die Agrostar-Serie von 88 bis 143 PS war die dritte Baureihe im Deutz-Fahr-Traktorenprogramm. Das Agrostar-Traktorenprogramm wurde 1992 durch zwei Traktoren mit 165 und 190 PS erweitert. Mit dem Einbau des neunstufigen Lastschaltgetriebes begann gleichzeitig die Zusammenarbeit mit der italienischen SAME – Gruppe. 1995 gab es für Deutz–Fahr drei entscheidende Ereignisse. Erstens: eine völlig neue Traktorenreihe mit neu entwickelten Baugruppen wurde vorgestellt. Zweitens: nach über 40 Jahren Luftkühlung stellte Deutz wieder auf wassergekühlte Motoren bei Traktoren um. Drittens: die italienische SAME – Gruppe übernahm die Deutz-Fahr Landtechnik von der Klöckner – Humboldt – Deutz AG Köln.

Die neuen Agrotron-Traktoren

Die neuen Agrotron-Traktoren von 68 bis zunächst 135 PS machten schon äußerlich einen komplett neuen Eindruck. Die Kabine bot großzügige Glasflächen und viel Platz für Fahrer und Beifahrer. Die neuen Motoren der Baureihen 1012 und 1013 sollten sparsamer und umweltfreundlicher sein. Bei den Getrieben gab Deutz die Eigenfertigung auf. Von nun an wurden ZF-Getriebe eingebaut. In Köln wurden noch die drei großen Agrotrons von 160 bis 200 PS entwickelt. Das Agrotron-Programm komplettierte sich 1997 mit den 230 und 260 PS starken Modellen. Seid 1907 wurden über eine Million Traktoren gebaut. Die Traktorenproduktion in Köln endete 1996. Fortgesetzt wurde sie im Mähdrescher-Werk in Lauingen an der Donau. In Köln endete damit eine fast 100 jährige Traktoren-Geschichte.

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